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Aktuelles von der "Planungswerkstatt"

Geschrieben von Burkoetter   

Am 09.02.2011 fand die erste öffentliche „Planungswerkstatt“ in Wolbeck im Gymnasium statt, an der eine große Anzahl von Mitgliedern des Bürgerforums teilnahmen.

 

 

Mit der Fertigstellung der Westumgehung soll der historische Ortskern zu einer verkehrberuhigten Zone  umgestaltet werden und somit die Attraktivität des Ortes deutlich verbessert werden.

Die Anregungen der Bürger wurden vom städtischen Planungsamt in einem integrierten Handlungskonzept zusammengestellt.

 Am 15. Juni 2011 besteht die Gelegenheit, sich im Schulzentrum über den aktuellen Stand des Verfahrens zu informieren. Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über die bisher eingegangenen Ideen und Vorschläge, die u.a. auch vom Bürgerforum eingebracht wurden.

 Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im pädagogischen Zentrum des Gymnasiums und dauert bis etwa 20 Uhr.

 Wir würden begrüßen, wenn zahlreiche Mitglieder des Bürgerforums an dieser Veranstaltung teilnehmen könnten.

Informieren Sie sich...

 

 und bringen Sie sich auf den aktuellen Stand:

Ortsgestaltung und Verkehr in Wolbeck 2010/11 

Beitrag für die Mitgliederversammlung am 30.3.2011

Wer sich in diesen Tagen in der westlichen Umgebung Wolbecks umsieht, kann einen Blick auf 4 im Bau befindliche oder bereits fertig gestellte Straßenbrücken werfen, die einmal in die Ortsumgehung Wolbeck integriert werden sollen.

Für diese Umgehungsstraße setzt sich die AG Ortsgestaltung und Verkehr im Bürgerforum Wolbeck inzwischen seit über 10 Jahren ein. Dabei hat die AG anfänglich gehofft, dass im Jahr 2011 die Einweihung der Ortsumgehung längst vollzogen sei. Für die Gegenwart ist nun aber die Aufgabe verblieben, immer wieder eine rasche Verwirklichung der Umgehungsstraße anzumahnen und gegenüber dem Landesbetrieb Straßen NRW mit Vehemenz zu reklamieren, dass der Bau der Umgehungsstraße im Interesse der Wolbecker Bürgerinnen und Bürger ohne Zögern vorangetrieben werde.

Wenn sich die AG Ortsgestaltung und Verkehr in der Vergangenheit für den Bau der Umgehungsstraße Wolbeck eingesetzt hat und in der Gegenwart weiter dafür einsetzt, geschieht dies in dem Bewusstsein, dass der Bau einer neuen Straße mit einem massiven Eingriff in eine Naturlandschaft verbunden ist, die alle Bewohner im Prinzip gern erhalten sähen, wie angenommen werden darf, obwohl auf der anderen Seite festzuhalten ist, dass die in Wolbeck für den Hausbau verbrauchten Flächen und die damit verbundenen Eingriffe in die Natur quantitativ sehr viel umfänglicher sind. Das gilt auch im Hinblick auf das neue Baugebiet Wolbeck-Nord z. B. oder im Hinblick auf das in den 90er Jahren eröffnete Baugebiet Goldbrink, das der ein oder andere gern zum Naherholungsgebiet erheben möchte, nachdem er mit seinem Hausbau selbst in die überkommene Ackerlandschaft vernichtend eingegriffen hat.

Halten wir also fest, dass sich die AG Ortsgestaltung und Verkehr stets darüber im Klaren war, dass der Bau einer Ortsumgehung Wolbeck mit Veränderungen in der Wolbeck umgebenden Landschaft einhergehe, so dass die Verwirklichung dieser Straße einer besonderen Rechtfertigung bedürfe. Diese Rechtfertigung hat die AG im Anschluss an die Vorgaben, die Mitte der 60er Jahre bereits vom damaligen Bürgermeister Hubert Dammann formuliert worden waren und zu Anfang der 80er Jahre dann vom Landschaftsplanungsbüro Wolters in Coesfeld fachlich weiterentwickelt wurden, wohlbedacht stets in einer Sanierung des Wolbecker Ortskerns gesehen, zu der eine spürbare Entlastung vom Durchgangsverkehr und, soweit möglich, auch vom innerörtlichen Quellverkehr gehört.

„Sanierung des Wolbecker Ortskerns“ bedeutet nach Auffassung der AG Ortsgestaltung und Verkehr also:

- Reduzierung des innerörtlichen Verkehrs durch entsprechende verkehrliche Filtermaßnahmen und durch gezielte Verkehrslenkung, ohne dabei das Ziel eines lebendigen, attraktiven Ortskerns mit einer sich dynamisch entwickelnden Aufenthaltsqualität aus dem Auge zu verlieren,

- darüber hinaus: die Umleitung des Durchgangsverkehrs.

„Sanierung des Wolbecker Ortskerns“ bedeutet nach Auffassung der AG aber auch, die Einzigartigkeiten des historisch gewachsenen baulichen Ensembles wieder mehr als bisher in Erinnerung zu bringen und als für ein gutes Marketing dienliche Alleinstellungsmerkmale zu pflegen. In einer Sitzung des Bürgerforums hat der noch vor Kurzem in Wolbeck tätige katholische Pfarrer Dr. Kleymann zu Recht die historische Besonderheit des Wolbecker Ortskerns gerade auch in seinem überkommenen Zusammenhang hervorgehoben. Eine der Geschichte des Wigbolds Wolbeck gerecht werdende Sanierung des Ortskerns, der in Übereinstimmung mit den für den Förderantrag „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ Wolbeck getroffenen Festlegungen zu diesem Zweck so räumlich umrissen wird, dass alle historisch herausragenden Gebäude und die um die Angel, den Drostenhof und die St. Nikolai-Kirche herum historisch gewachsenen Straßenzüge erfasst sind, dient der lokalen Identitätsstiftung, wenn man will: dem Heimatbewusstsein. Wolbecker Bürgerinnen und Bürger, mögen sie hier geboren oder später zugezogen sein, sollen mit der Sanierung und Pflege des historisch gewachsenen Ortskerns wieder eine attraktive örtliche Mitte finden, einen grundlegenden Orientierungsraum in der unmittelbaren Nähe des eigenen Zuhauses, ein offenes kommunikatives Begegnungszentrum, das auf Traditionen ebenso verweist wie auf die die Zukunft tragenden Innovationen - und bei dieser Zielsetzung die Wolbecker Bürgerinnen und Bürger miteinander zu verbinden vermag. Die Sanierung des Wolbecker Ortskerns soll zudem ein Zeichen setzen und die Relativität des eigenen Seins im Spektrum der nun weit über 700 Jahre währenden Wolbecker Geschichte anzeigen. In der Tat: welche Hybris manifestiert sich in dem Ansinnen, das über Jahrzehnte verfolgte, von den Wolbecker Wählern mehrheitlich mitgetragene Ziel einer geschichtsbewussten Attraktivierung des Wolbecker Ortskerns aktuell zu relativieren, um für ein eigenes Wohngebiet ein verkehrliches Privileg zu erwirken, das der Rat der Stadt Münster durch seinen rechtskräftigen Beschluss schon zu Beginn der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts ausdrücklich  klar ausgeschlossen und entsprechend beharrlich ausgewiesen hat?

Diese Worte machen deutlich: die AG Ortsgestaltung und Verkehr scheut nicht davor zurück, im Interesse der Sache klar und gut begründet Position zu beziehen. Das führt nicht zur Respektlosigkeit oder persönlichen Ausgrenzung. Die klare Positionierung der AG schärft aber die Überzeugung, dass eine Stärkung Wolbecks als einer, wie Oberbürgermeister Markus Lewe im Juli 2010 gemeint hat, „städtischen Perle“ eine Stärkung des Wolbecker Kerns erforderlich macht. Diese Stärkung stellt freilich hohe Ansprüche und setzt auf eine aktive, konstruktive und wohlwollende Mitwirkung vieler bei der Gestaltung des Stadtteils.

Eine solche Mitwirkung erwartet die AG nicht zuletzt auch von den Anliegern an der Eschstraße, wenn es darum geht, die Eschstraße wie vorgesehen und beschlossen als Zubringer der Umgehungsstraße einzurichten. Nach der erklärten Wünschen der AG Ortsgestaltung und Verkehr sollte dieser Zubringer grundsätzlich vom LKW-Verkehr befreit und selbstverständlich so ausgerüstet werden, dass er von allen sicher genutzt werden kann.

Eine solche Mitwirkung erwartet die AG aber beispielsweise auch von der Stadt Münster, die endlich einmal definieren sollte, welche Rolle sie den peripheren Stadtteilen (und deren Ortskernen) im Verhältnis zur Innenstadt zu geben gedenkt, auch angesichts der neuerdings von Kaufleuten wieder erhobenen Forderung, die Innenstadt Münsters zu stärken. Zudem sollte die Stadt endlich ihren in Wolbeck immer wieder zu Tage tretenden ästhetischen Minimalismus aufgeben, der keinerlei Absprachen mit der im städtischen Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung ressortierenden Einrichtung „Münster Marketing“ verrät und sich etwa in den zur historischen Umgebung gar nicht passenden (es sind vorzügliche Alternativen auf dem Markt) Peitschenlampen am Straßenrand, in überholungsbedürftigen Sitzbänken, rostigen Brückengeländern und einem Bistro mit Pommes-Buden Charme, erklärtermaßen auch zur Verwunderung auswärtiger Gäste und Sachverständiger, niederschlägt.

Zur intensiven Mitwirkung sind nach Meinung der AG Ortsgestaltung und Verkehr aber auch die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, die mit ihrem Votum dazu beitragen können, dass sich im Umkreis bestehender oder anzusiedelnder Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe eine nennenswerte Zahl von – wirksam kontrollierten - Kurzzeitparkplätzen finden lassen wird, die den ansonsten vorhandenen, teilweise freilich dringend noch auszubauenden Parkraum in Wolbeck ergänzen können. In einer Zeit, in der im Umfeld des Ortskerns eine Reihe von Discountern mit Zustimmung der Stadt große Parkplätze im Vorfeld anbieten, muss städtischerseits für den Ortskern sichergestellt sein, dass auch hier bei Benutzung des Autos kurze und schnelle Wege die Regel sind. Zugleich könnte zum verstärkten Gebrauch des Fahrrades eingeladen werden, indem die Nebenstraßen der Münsterstraße und Hofstraße als die Radfahrer mit Vorrechten versehene „Fahrradstraßen“ deklariert werden und damit zugleich denen keine Anreize bieten, die glauben, einer geschwindigkeitsreduziert zu befahrenden Münsterstraße und einer geschwindigkeitsreduziert zu passierenden Hofstraße mit dem Auto clever ausweichen zu können.

Schließlich setzt die AG Ortsgestaltung und Verkehr bei der zukünftigen Umgestaltung des Wolbecker Ortskerns auf die Mitwirkung der anliegenden Eigentümer, Gewerbetreibenden und Dienstleistern. Das ist in einer Sitzung, zu der das Bürgerforum am 13. Januar 2011 eingeladen hatte, zum Ausdruck gekommen. Die Ideen, Initiativen und Investitionen der Eigentümer, Gewerbetreibenden und Dienstleister bilden fraglos eine tragende Säule der zukünftigen Entwicklung Wolbecks und des Wolbecker Ortskerns. „Unser Ort soll nicht nur schöner, sondern auch anziehender werden“ könnte also das Motto bevorstehender Aktivitäten sein.

Auch in der Zukunft will die AG Ortsgestaltung und Verkehr Motor einer von geschicktem Marketing kontinuierlich auffällig begleiteten, zukunftsweisenden Entwicklung Wolbecks sein und dazu eine fachliche Unterstützung organisieren, wo es nottut. Die erfolgreiche Arbeit von Professor Jürgen Gerlach und seinem Team im September 2010 sei an dieser Stelle erwähnt, aber auch der Vortrag der Geschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland, Frau Karin Eksen, und der Vortrag des Dortmunder Stadtplaners Rolf-Friedrich Junker. Insbesondere eine von Herrn Gerlach erarbeitete, summierende Präsentation hat zu der inzwischen breit akzeptierten Untermauerung einer um Bauelemente zur Sicherung auch der schwächeren Verkehrsteilnehmer bereicherten und entsprechend modifizierten shared-Space-Regelung im Wolbecker Ortskern geführt, die der AG Ortsgestaltung und Verkehr übrigens erstmals von ihrem Mitglied Ratsherr Kurt Pölling empfohlen wurde.

Die AG will sich auch weiterhin für einen Bau von Radwegen einsetzen, wie er unter der aufopferungsvollen Leitung des stellvertretenden Bezirksbürgermeisters Willi Schriek – auch ein Miglied der AG Ortsgestaltung und Verkehr - an der Telgterstraße schon umgesetzt werden konnte. Zu erwarten steht nun auch, dass die Fahrradfahrer, wie von der AG Ortsgestaltung und Verkehr vorgeschlagen und darüber hinaus von Willi Schriek beantragt, ungehindert die Mehrzweckstreifen längst der Münsterstraße zwischen der Kreuzung Münsterstraße/ Eschstraße/Am Borggarten und der Einmündung Lerschmer werden nutzen können.

Die AG Ortsgestaltung und Verkehr wird sich auch in Zukunft dafür einsetzen, dass der Weiterbau der Umgehungsstraße Wolbeck nicht hinausgezögert wird. Es sollte alles getan werden, eine möglichst kurzfristige Fertigstellung der Umgehungsstraße sicherzustellen, damit in der Folge der Wolbecker Ortskern rasch zu einem genüsslichen Anziehungspunkt werden kann.

Auch in Zukunft wird die AG das gedeihliche Gespräch mit Politikern, Parteien und Vereinen suchen und öffentliche Diskussionen, auch über die Presse, zur Abklärung wichtiger Fragestellungen anregen. Auch in Zukunft wird die AG Ortsgestaltung und Verkehr darauf setzen, dass sich möglichst viele Wolbecker Bürgerinnen und Bürger aktiv im Bürgerforum an bürgernahen Anregungen zur Gestaltung Wolbecks beteiligen. Dazu lädt die AG Ortsgestaltung und Verkehr, dazu lädt das Bürgerforum Wolbeck bekanntlich mit Nachdruck gern ein.

Hein Hoebink

 

 
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